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VON BERTA HUMMEL ZU SCHWESTER INNOCENTIA

Über ihre dritte Tochter schreibt die Mutter Viktoria Hummel: "Sie war ein liebes, blondlockiges, schönes Kind, äußerst lebhaft. Am liebsten malte sie... Ein paar hübsche Blumen, ein nettes Kindergesicht, eine schöne Abendstimmung, ein herbstlicher Wald, das alles konnte sie in helle Entzückung bringen, und sie stand lange und schaute, schaute ..."

Berta Hummel mit ihrem Hund "Lord", 1930/31

Ihr großes Talent fürs Zeichnen und Malen wurde von den Eltern früh erkannt und gefördert. Nach der Schulzeit erlaubten sie ihr, die Akademie für Angewandte Kunst in München zu besuchen - für ein Mädchen in der damaligen Zeit noch keine Selbstverständlichkeit.

B.Hummel vor ihrem ersten Ölbild, 1926/27

Die Aufnahmeprüfung im April 1927 bestand sie als Zweitbeste.

Die Studienjahre in München können rückblickend als ihre kreativsten und wohl auch glücklichsten betrachtet werden. Ihre Lehrer, Prof. Maximilian Dasio und Prof. Else Brauneis, setzten große Hoffnung in sie.
Aus dieser Zeit sind über 400 Arbeiten erhalten.

Die Staatsprüfung im März 1931 bestand sie mit Note "Eins" als weitaus Beste ihrer Klasse. Umso überraschender traf alle ihr Entschluss, ins Kloster einzutreten.

Hier, im Franziskanerinnenkloster Sießen, erhielt sie mit ihrer Einkleidung den Ordensnamen Maria Innocentia.

Von nun an eröffnete sich ihr ein neues Arbeitsfeld: Zeichenunterricht, Entwürfe für liturgische Textilien, Andachts- und Altarbilder. So interessant die neue Thematik auch für sie war, sie stellte doch eine Einengung ihrer künstlerischen Entwicklung dar - eine Tatsache, die ihr selbst nicht verborgen blieb.

Daneben arbeitete sie weiter an den beliebten Kindersujets, die schon früh als Buch- und Kartendrucke veröffentlicht wurden. >>

Studienzeit in München (Berta Hummel, 2. Reihe hinter Sr. M. Laura), 1931

Das erste Hummelbuch erschien 1934 im Verlag Emil Fink Stuttgart. Im selben Jahr meldete die Porzellanmanufaktur Goebel in Oeslau bei Coburg ihr Interesse an, die beliebten Hummel-Kindermotive als plastische Form in Porzellanfiguren umzusetzen. M. Innocentia Hummel gab ihre Zustimmung nur auf starkes Drängen von außen. Sie erkannte genau die Gefahren der gnadenlosen Gesetze industrieller Vermarktung. Für ihr persönliches künstlerisches Schaffen blieben ihr weder Raum noch Zeit. Zunehmend litt sie unter den Bedrängnissen der nationalsozialistischen Herrschaft, die auch ihr Kloster trafen. Für dieses sicherten die Einnahmen aus den Hummel-Erzeugnissen das wirtschaftliche Überleben. Da das Nazi-Regime den Klosterfrauen alle Schulen entzogen hatte, verfügten sie über keine Einnahmen mehr.

Der Konflikt, zu dem diese Umstände führten, blieb nicht ohne Einfluss auf M. Innocentia / Berta Hummels Konstitution. Aus der inneren Not dieser Zeit entstand ihr persönlichstes Werk während der Jahre im Kloster: ein Kreuzwegzyklus als Ausdruck individuellen Kunstgestaltens.

Schwester Maria Innocentia Hummel OSF, 1934

Im August 1937, 28-jährig, legte sie Profess auf Lebenszeit ab. 1940 wurde das Kloster von den nationalsozialistischen Machthabern beschlagnahmt. Fünf Jahre lang auf einen kleinen Teil der Klosteranlage zurückgedrängt, erlebten die Sießener Franziskanerinnen eine extrem harte Zeit. M. Innocentias/Bertas labiler Gesundheitszustand verschlechterte sich dabei zusehends und machte zwei Sanatoriumsaufenthalte notwendig. Auch nach Kriegsende konnte die an Tuberkulose Erkrankte nicht mehr zu Kräften kommen. Sie starb im November 1946, erst 37 Jahre alt.